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Diskussionen anderswo

Vom Vereinsprojekt gibt es im Moment keine Neuigkeiten; dafür bin ich beim Lesen über folgende - intensive - Diskussion gestolpert:

http://jewschool.com/2008/12/15/14355/had-it-up-to-here-with-multifaith-family-stereotypes/

Mal wieder allerdings auf Englisch.

10.4.09 00:44, kommentieren



Mehr amerikanische Debatten ...

über eine lange Diskussion bin ich hier gestolpert ... ich fand die Lektüre anstrengend, habe auch zwei Tage dazu gebraucht, und jetzt brennt es mir unter den Nägeln, selbst etwas beizutragen. Aber ich denke noch darüber nach; in Amerika scheint das "Thema Vaterjuden" mehr und heißer diskutiert zu werden als bei uns in Deutschland. Woran das wohl liegt?

Mir geht es gar nicht so sehr um (streitbare) Diskussionen; viel wichtiger sind mir a) sachliche Informationen und b) persönlicher Austausch darüber, wie andere in vergleichbaren oder ähnlichen Situationen sich verhalten, was sie denken, wollen etc.

Ich hoffe, dass unser Verein, der jetzt wirklich Fortschritte macht, das leisten kann.

1 Kommentar 19.4.09 14:53, kommentieren

Tagungsnotizen - mitgeteilt

Für viele mag es nichts Neues sein; mir war es das aber. Dass der Begriff des "Halbjuden" bzw. der "Halbjüdin" ein Produkt der (nationalsozialistischen) Rassentheorie ist, das wusste ich auch. Aber die verschiedenen Unterkategorien der "Mischlinge"?

Falls ich davon schon gehört hatte, habe ich sie wieder vergessen, und erst auf der Tagung von Der halbe Stern e.V. wieder davon gehört. Laut meiner Notizen zum Vortrag "Die Verfolgung 'jüdischer Mischlinge' 1933 - 1945 - Rassenpolitik und Verfolgungserfahrung" von Dr. Beate Meyer sahen sie so aus:

(etwaige Ungenauigkeiten oder Fehler gehen auf mein Konto, ich gebe hier nur kurz zusammengefasste Auszüge meiner Mitschrift wieder!)

Es gab im Dritten Reich in Deutschland ca. 330 000 sogenannte "Volljuden", ca. 72000 sogenannte "Mischlinge ersten Grades" (ein nicht-jüdisches Elternteil) und ca. 43 000 sogenannte "Mischlinge zweiten Grades" (mindestens ein jüdisches Großelternteil). Von denjenigen, die ein jüdisches und ein nicht-jüdisches Elternteil hatten, wurden ca. 8000 aufgrund der Konversion des nicht-jüdischen Elternteils als "Geltungsjuden" bezeichnet und (auch gesetzlich) wie die deutschen Jüdinnen und Juden behandelt; die anderen unterlagen starken Beschränkungen in der Lebensführung, versuchten, ihre jüdischen Familienmitglieder zu beschützen, und waren selbst ständig gefährdet, deportiert zu werden. Dies galt jedoch nur für die Deutschen mit teiljüdischer Herkunft; gerade im Osten Europas wurden keine Unterschiede gemacht und das Ziel war, alle Menschen mit irgendwie jüdischer Herkunft zu ermorden. Dieses Ziel hatte in und für Deutschland auch das RSHA (Reichssicherheitshauptamt), konnte sich damit aber nicht endgültig durchsetzen. Ebenfalls nicht endgültig umgesetzt wurden meines Wissens Richtlinien, nach denen ab 1942 sogenannte "Mischlinge dritten, vierten und fünften Grades" hätten verfolgt werden sollen.

Zudem gab es noch das Konzept des "Ehrenariers" - das prominenteste Beispiel hierfür war Göring; auch in solchen Fällen stellte sich aber die Frage nach der Situation von und dem Umgang mit weiteren Familienmitgliedern.

Frau Dr. Meyer hat dazu im Übrigen ein ganzes Buch verfasst, wenn ich mal wieder Zeit habe, muss ich unbedingt reinschauen.

Soweit ich weiß, gibt es sowohl zur Situation von sogenannten "Mischlingen" während des NS Forschung als auch erste Arbeiten zu Menschen mit jüdischen Vätern seit dem Ende ebendesselben. Aber ob es einen Vergleich von Selbskonzepten solcher Menschen vor und nach dem NS gibt? Für Input bin ich dankbar!

1 Kommentar 19.4.09 15:01, kommentieren

Liest jemand aus den USA mit? Somebody following on the other side of the atlantic?

Hier ist eine Workshop-Ankündigung für den 17. Mai in Philadelphia:

 Kung-Fu Jew's Blog

Ich bedauere es wirklich aufrichtig, dass es mir nicht möglich sein wird, dort teilzunehmen. Die Anreise ist doch ein bisschen zu aufwändig ... aber unser eigenes Treffen, hier in Deutschland, kommt ganz sicher! :-) [es könnte bloß noch ein bisschen dauern]

23.4.09 08:34, kommentieren