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Herzlich Willkommen im Jahr 2009!

Bei mir hat sich zwischen den Jahren - wie kaum anders zu erwarten - wenig Neues getan. Ich bin ganz gut mit Lernen beschäftigt.

Allerdings ist inzwischen fest eingeplant, dass ich nach meinen Prüfungen - in ca. 3 Wochen - mal mit einer meiner Schwestern die Idee der Vereinsgründung gründlich wälze.

Außerdem nehme ich mir dann endlich die Zeit, einen Verein für interkulturelle Familien bzgl. deren Erfahrungen zu Vereinsgründung, -aufbau, -mitgliedersuche etcpp. anzusprechen.

Im Moment allerdings bin ich mit ganz privaten Dingen beschäftigt - und den traurigen Nachrichten aus Israel / Gaza, die nicht nur mich beunruhigen. 

1 Kommentar 3.1.09 21:55, kommentieren



Die Kommentare vom 4.1. in diesem Blog ...

... enthalten Fragen und einige Anmerkungen, über die ich nachgedacht habe.

 Zunächst die Frage: Will ich primär das beleuchten, was jenseits von Konversion das Thema "Kinder jüdischer Väter" streifen könnte?
Oder primär Kinder jüdischer Väter im Kontext des liberalen Judentums?

 Primär, wenn diese Hierarchisierung weiterhilft, will ich das Thema "Kinder jüdischer Väter" jenseits von Konversion beleuchten. Eigentlich allerdings "jenseits" und "diesseits" von Konversion, egal ob jetzt orthodoxer oder reformierter.

Zum einen ganz persönlich deshalb, weil für mich eine Konversion nicht in Frage kommt. Andererseits habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Situation von Kindern jüdischer Väter auch mit dem Thema "Konversion oder nicht" nicht abgehakt ist: Alleine schon deshalb, weil die Konversion a) erst ab einem bestimmten Alter in Frage kommt und b) keine einfache Entscheidung ist.

 Dass ich dabei zunächst beim Reformjudentum gesucht habe, liegt daran, dass ich vom orthodoxen Judentum den Eindruck habe, dass das Thema "Kinder jüdischer Väter" sowieso mehr oder weniger "halachisch abgefrühstückt" wird (ohne damit jemand zu nahe treten zu wollen).

Wenn sie konvertieren wollen, können sie das, wenn sie nicht konvertieren wollen, sind sie weder Juden noch am Judentum wirklich interessiert und wie sollte man ihnen dann weiterhelfen können? Das mag zu polemisch formuliert sein; mir geht es jedoch darum, einen Raum zu schaffen, in dem solche Anliegen möglichst wertungsarm besprochen und vielleicht geklärt werden können.

In dem Interesse an Fragen des Judentums nicht mit "Du bist aber doch gar nicht jüdisch?" kommentiert wird (ist mir persönlich im Gespräch mit den wenigen jüngeren Jüd_innen, die ich kenne, öfter passiert), noch Vaterjuden als "irgendwie doch jüdisch" verstanden werden, wie das andere Bekannte von mir machen.

Und neben dem Raum für persönlichen Austausch hätte ich gerne eine Anlaufstelle für Informationen zu Konversion, jüdischen Gemeinden und deren Einstellung zu Vaterjüd_innen, und was sonst noch so von Interesse sein könnte.

In meiner Vorstellung von einem idealen Forum für Austausch ist außerdem auch Raum für diejenigen, die sich für eine Konversion entschieden haben und dennoch sozusagen "als Vaterjuden" ein Anliegen haben. Haben bzw. hätten sie dies? Ich kenne nämlich keine ... aber wer das hier liest und welche kennt, dürfte sie sehr gerne auf mein Blog hinweisen :-)

 Ich würde nämlich am liebsten mit anderen Betroffenen und Interessierten zusammen besprechen, was eine passende Organisation wäre.

 

Dazu habe ich auch noch zwei Ideen zu den Kommentaren: Die Statistiken zu 50% "ausheiratender" jüdischer Männer in Deutschland habe ich schon mal gelesen, war aber nicht auf die Idee gekommen, dass davon überwiegend russischstämmige betroffen sein können.

Und mit dem Egalitären Minjan gibt es in Frankfurt auch eine reformorientierte Gruppe, die ich ganz unterschlagen habe. Allerdings wohl auch deshalb, weil ich mich bislang noch nicht dorthin getraut habe. Ich will nicht schon wieder gefragt werden, was ich eigentlich will, wenn ich mir nicht vorstellen kann zu konvertieren ... 

 

Ach ja: Ich freue mich natürlich über alle guten Wünsche und hoffe selbst auch, dass das hier irgendwohin führen wird :-)

1 Kommentar 7.1.09 13:01, kommentieren

Schwarzer Rabbi in den USA

Ein interessanter Artikel für alle, die Englisch lesen - nur ist mir nicht ganz klar geworden, ob der Mann jetzt wirklich über mehrere Ecken mit Obama verschwägert ist oder nicht:

http://www.jewishjournal.com/articles/item/rabbi_funnye_battles_to_open_the_gates_of_judaism_video_20081126/

 Und wo anders habe ich den Hinweis gelesen, dass mit Obama nun wirklich ein Kind einer "Mischehe" Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird. Hat zwar so erstmal nichts Jüdisches, aber ich fand den Gedanken merkenswert.

1 Kommentar 19.1.09 12:16, kommentieren

Irgendwie amerikanisch ...

... finde ich es, Grundrechte für Kinder aus "Mischehen" zu proklamieren - aber irgendwie auch nett:


http://www.drmariaroot.com/doc/BillOfRights.pdf
 

Und die Grundgedanken sind tatsächlich überdenkenswert - in welchem Verhältnis stehen "Ich" bzw. "Selbst" und die (u.U. multiplen) Gruppenzugehörigkeiten, die man von seiner Familie gewissermaßen in die Wiege gelegt bekommt. 

1 Kommentar 20.1.09 16:13, kommentieren