Ursprünge - Warschau ...

... war die Heimat meiner jüdischen Großmutter vor dem Krieg, und bis vor 10 Tagen war ich noch nicht dort gewesen (wie ich überhaupt nicht nicht in Polen war).

Dank der Initiative meiner Schwester habe ich es aber endlich dorthin geschafft, und es gibt mir ein gutes Gefühl: Zwar war es ein Ort des Leids, und von der Familie ist (fast) niemand mehr dort, die einzige Verbleibende spricht nur Polnisch und daher habe ich sie nichtmal angerufen.

Aber es ist eine schöne und lebendige Stadt, es gibt dort eine Erinnerungskultur, und wenn ich wollte, könnte ich dorthin ziehen.

Ich könnte, mit ein bisschen Hartnäckigkeit, vermutlich in der selben Straße wohnen, wie meine Großmutter damals. Ich könnte an der selben Universität studieren.

Das fühlt sich gut an; um es mit einem Bild auszudrücken: Ich habe die Vergangenheit in meinen persönlichen Raum ieingemeindet und bin darüber sehr erfreut.

Ganz nebenbei fand ich Warschau toll, und meine Vorurteile über Polen wurden (wie das mit Vorurteilen oft so ist) in keinster Weise bestätigt.

Ich fahre bestimmt nochmal dort hin.

14.9.09 14:05, kommentieren

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Notiz - nicht-christlich in Deutschland

Zur Schulwahl in NRW schreibt der Spiegel einen interessanten Artikel:

http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,645731,00.html

Bei dem oder der ein oder anderen dürfte das Erinnerungen wecken.

In Deutschland nicht christlich zu sein, hat eben Nachteile.

Gerade mal wieder bei der Jobsuche im sozialen Bereich selbst erlebt.
Und manchmal trifft es einen, siehe Artikel, eben auch schon deutlich früher.

4 Kommentare 1.9.09 10:52, kommentieren

Off Topic: Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Da war ich Anfang der Woche in Berlin, und obwohl ich, weil es mir einfach zu viele Informationen waren, nur einen Teil der Aussstellung im 2. Stock angeschaut habe, kann ich die Gedenkstätte empfehlen.

Besonders beeindruckt hat mich, was mir nicht so klar war, dass es zwischen den verschiedenen politischen Gruppierungen im Widerstand - zumindest irgendwann nach Beginn des 2. Weltkriegs, wenn ich das richtig verstanden habe - viele Verbindungen gab. Kommunisten mit Sozialisten mit Christen mit Konservativen mit Adligen mit Militärs. Darunter z.B. mit Brandt und Wehnert (unter den Exil-Widerständlern) auch Menschen, die nicht nur als Intellektuelle, sondern auch politisch maßgebend waren für die Nachkriegrepublik.

Sicherlich ein Thema, was sich lohnt, wenn mal Zeit ist ... 

1 Kommentar 23.7.09 20:59, kommentieren

Allmählich geht es weiter

Zwar ist der Verein noch nicht eingetragen (das Vereinsregister bzw. Amtsgericht hat am Wochenende geschrieben, dass die Satzung nochmal überarbeitet und neu beschlossen werden muss, und das wird leider nochmal ein bisschen Zeit in Anspruch nehmen), aber:

Ich habe meine freie Zeit genutzt, um an einer Vereinswebseite zu basteln. In den nächsten Wochen werde ich die interaktiver gestalten; fürs Erste kann man nur die Anfänge (hoffentlich) bewundern. Ich bin bzw. wir sind jedenfalls ganz zufrieden damit.

Besonders erwünscht sind natürlich Hinweise dazu, was für Inhalte wir noch verlinken könnten bzw. Ideen, welche Informationen für die Webseite wichtig wären. Wir haben zwar eine Vorstellung, aber mal zu hören, wie der Bedarf bei anderen ist, wäre auch gut. 

15.7.09 23:22, kommentieren

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...

... auf dem Campus Westend der Stiftungsuni Johann-Wolfang-Goethe-Universität in Frankfurt sind zwei Studentenwohnheime entstanden: ein katholisches und ein evangelisches.

Wie immer wieder betont wird, sind sie nicht christlichen Studierenden vorbehalten, sondern für Angehörige aller Religionen offen.

Nur, wenn die Religion für die Zulassung unwichtig ist, frage ich mich, warum z.B. das evangelische Studentenwerk sie auf den Bewerbungsformularen abfragt. (Im Übrigen wird dort auch danach gefragt, ob die "Bewerber" bereit sind, sich am Sozialleben im Haus zu beteiligten.)

 Vielleicht kann mir jemand erklären, wie das alles mit der Trennung von Staat und Kirche zusammengeht?

1 Kommentar 9.7.09 15:05, kommentieren

In den besten Familien ...

... z.B. auch in meiner, sind interreligiöse Ehen häufiger, als ich dachte. Das habe ich kürzlich bei einem international zusammengesetzten Familienbesuch festgestellt.

Lange hatte ich das Gefühl, "nicht richtig zur Familie zu gehören" - so als nicht-jüdisches Kind, das nichtmal Hebräisch spricht.

Aber was stellt sich heraus (außer, dass die Familie - im Gegensatz zu mir - noch blonder ist, als ich dachte)? Es gibt noch zwei jüdisch-nichtjüdische Ehen (in den USA), in denen es Kinder gibt und jeweils nur der Mann Jude ist.

Hat nur bisher keiner, mit dem ich gesprochen habe, erwähnt. Einen der Männer habe ich vor Jahren sogar mal kennengelernt - und stillschweigend angenommen, seine Kinder hätten eben eine jüdische Mutter.

So können also offensichtlich auch eigene Vorurteile dazu beitragen, dass einem das Leben schwerer wird als nötig.

3 Kommentare 5.7.09 10:08, kommentieren

Zwischenstand: Sommerschlaf im Winter

Derzeit bin ich anderweitig beschäftigt; die Unterlagen für die Vereinsgründung sind beim Amtsgericht - ansonsten gibt es keine wirklichen Neuigkeiten.

 Ich schreibe hier (spätestens) wieder, wenn es weitergeht.

19.6.09 11:18, kommentieren